Wo will ich eigentlich hin? – Auf der Suche nach sich selbst (2)

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Aber zurück zu der großen Frage: Wie kann ich herausfinden, was ich will? Meine Kundin sagte: „An sich muss ich einen Weg gehen und schauen wohin er mich führt, aber wie soll ich das machen, wenn ich gar nicht weiß, welchen Weg ich eigentlich gehen soll?“. Sie wirkte sehr verzweifelt, weil sie Ihrem Freund gerne weiterhelfen würde, aber merkt, dass sie das nicht kann. Er muss das alles für sich selbst alleine herausfinden. Ein guter Freund von mir steckt zurzeit exakt in derselben Situation und ich weiß auch nicht, wie ich ihm weiterhelfen soll.

Ich selbst habe vor ziemlich genau einem Jahr ebenfalls in dieser Situation gesteckt. Studium beendet, aber keine Ahnung, wie es weiter gehen soll. Da wird von dir erwartet, am besten schon vor dem Abi zu wissen, was du machen willst, aber du weißt es selbst nach dem Studium noch nicht. Dann kommt wieder diese alte bekannte ätzende Frage: „Was willst du denn nach dem Studium machen?“. „Dunno, Digga!“. Ich weiß, wie zermürbend das sein kann, wenn man nicht weiß, wie es weiter gehen soll, wenn man keine Ahnung hat, was einen erfüllt. Ich wusste nur, dass ich auf keinen Fall einen spießigen Bürojob haben möchte.

Ich hatte Glück. Es gab damals eine Person, die in einem belanglosen Gespräch plötzlich etwas gesagt hat, was bei mir mit einem Schlag die Erkenntnis ausgelöst hat. Aber nicht jeder hat das Glück, nur durch einen Satz plötzlich seine Antwort zu kennen.

Aber selbst jetzt befinde ich mich nach wie vor in einem Zwischenstadium und weiß noch nicht, wie es konkret weiter gehen soll. Ich kann gerade absolut nicht sagen, was in einem Jahr sein wird und erst recht nicht, was in 5 oder 10 Jahren sein wird. Ich weiß nur, dass ich im Moment zufrieden bin.

Ja, ich bin Ende 20 und ich bin nicht festgelegt. Ich habe nicht den Job, den ich ab jetzt ewig weiter führen werde, ich bin nicht verheiratet und stecke in keiner Familienplanung. Ich bin Ende 20 und weiß zurzeit nicht, wie es weiter geht. Ich bin nicht gänzlich orientierungslos, aber ich habe mich selbst auch noch nicht in dem Maße gefunden, wie es vermutlich von einem Menschen in meinem Alter erwartet wird. Und das ist mir egal! Ich steh dazu. Ich mache mir keinen Stress. Ich habe bereits viel geleistet, viel gesehen und erlebt, viel gelernt und viel Einsicht erlangt. Ich bin nicht dazu da, den Erwartungen anderer gerecht zu werden. Ich muss vor allem mit mir selbst im reinen sein und das bin ich. Weil ich bislang immer meinen eigenen, meistens stark unkonventionellen, unangepassten, steinigen Weg gegangen bin.

Im Moment habe ich zwei Jobs, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der eine sollte mir den Einstieg in einen bestimmten Bereich erleichtern und der andere sollte mir nur bei einem kleinen bürokratischen Problem auf legale Weise weiterhelfen und dann schon bald aber wieder gekündigt werden. Aber beide Jobs machen mir so großen Spaß, dass ich beschlossen habe, sie nun doch ein Jahr lang so beizubehalten. Es kommt so anders als man denkt! Auch wenn es nichts für die Dauer und in einem Jahr vorbei ist, will ich das jetzt einfach mal für mich haben. Egal, wie andere darüber denken. Hinterher kann ich zumindest immer sagen, ich hatte ein Jahr lang zwei richtig coole Jobs und war damit wirklich glücklich. Und Berufserfahrung nehme ich allemal mit.

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Wie finde ich nun also heraus, was ich eigentlich will? Es gibt da mit Sicherheit kein Patentrezept, aber ich bleibe dabei: Durch ausprobieren. Etwas wagen. Entweder vielleicht ein bereits bestehendes Hobby nehmen und dort den nächsten Schritt gehen, oder aber vielleicht mal etwas ganz Neues machen. Vielleicht etwas trauen, etwas, worüber ich vll. schon nachgedacht, es aber noch nie durchgezogen habe. Auf jeden Fall losgehen!

Und wenn das scheitert?

Was ist verloren? Lebenszeit? Die ist auch verloren, wenn man ewig überlegt und gar nichts macht. Oder wenn man etwas macht, was man eigentlich gar nicht machen will.

Was ist gewonnen? Erfahrung, neue Erkenntnisse, Lerneffekt. Vielleicht sogar tatsächlich der Traumjob, der mich erfüllt. Schlimmstenfalls weiß ich dann zumindest schonmal was ich NICHT will.

Auf einem steinigen Weg stolper ich schonmal und verletzte mich auch gegebenenfalls. Aber ich bin am Ende auch stolz darauf, diesen Weg gemeistert zu haben. Ich bin erfahrener, weiser und ausgeglichener als jemals zuvor, weil ich das Leben gesehen, gelebt und erlebt habe.

Was denkt Ihr? Wie können wir herausfinden, wohin wir wollen und wer wir eigentlich wirklich sind? Habt ihr den für euch richtigen Weg gefunden? Und falls ja, wie? Schreibts in die Kommentare!

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