Thailand II – Treffpunkt Strandrestaurant: Die Odyssee

20151204_175135_LLS.jpgBei meinem ersten Thailandurlaub hatte ich mir ein sehr abgelegenes Hotel ausgesucht, was aber den Vorteil hatte, dass der Strand eher unberührt und dadurch unglaublich schön war. Zu meinem Hotel damals gehörte ein Strandrestaurant, in welchem ich an einem Abend mit meiner thailändischen Freundin und ihren Kindern essen gegangen war.

Da wir uns diesmal wieder mit meiner Freundin treffen wollten und ich dachte es wäre sicher toll, nochmal zu diesem Hotel und dem dazugehörigen Strandrestaurant zu kommen, sollte dies also unser Treffpunkt sein. Ich hoffte, es würde ein schöner Tag mit Erinnerungen an meinen letzten Aufenthalt in Thailand werden, an welchen ich meine Reisebegleitung teilhaben lassen wollte.

Bislang hatte meine Reisebegleitung alle gemeinsamen Unternehmungen geplant, was ich auch gut fand, weil er sich in der Gegend echt gut auskannte und wusste, wo es schön ist. Diesmal wollte ich aber das Zepter in die Hand nehmen und schlug vor, den Nachmittag in der kleinen Strandbar zu verbringen, in der ich bei meinem ersten Thailandurlaub jeden Tag war. Ich wollte da unbedingt nochmal hin und war der Ansicht, dass es auch meiner Reisebegleitung gut gefallen würde.

Wir beschlossen, den Bahtbus zu nehmen, der an der Promenade in Richtung Süden fährt und hatten sogar die leise Hoffnung, dass dieser bis ganz nah ans Ziel fährt. Irgendwann war dann aber Schicht im Schacht. Der Bus hielt. Endstation. Ausgerechnet an einem Ort, wo wirklich gar nichts war. Wäre es möglich gewesen, wären wir einfach weiter am Strand entlang in Richtung Süden gelaufen, aber das ging nicht, die Straße bog ab in Richtung Landesinnere. Also liefen wir die Straße entlang und hielten Ausschau nach weiteren Bahtbussen. Nichts. Taxis? Nichts. Motorradtaxis? Nein. Irgendein Auto, egal wer, egal was? Nichts!

Wir liefen weiter und weiter und weiter. Irgendwann fiel dann der Satz: „Das passiert, wenn du deine komischen Pläne umsetzt“. Natoll. Der Plan war ja gut, nur die Umsetzung erwies sich als schwieriger als erwartet. Ich ärgerte mich und dachte mir, da will ich mal jemandem etwas wirklich schönes zeigen und dann landet man irgendwo in der Pampa und steckt fest.

Sehr bald merkte ich jedoch, dass mein Begleiter wesentlich entspannter war als ich und ich begann mich einfach auf die ungeplante Situation einzulassen. Es war eine interessante Gegend. Wir kamen bald in ein kleines Dorf. Die Häuser waren kleine Betonklötze, verschlossen durch instabile Holztüren. Alles sehr provisorisch. Eine sehr ärmliche Gegend.

Irgendwann kam uns ein Mensch auf einem sehr seltsamen Gefährt entgegen. Egal, es hatte Räder. Wir sprachen den Mann an, fragten, ob er uns für ein kleines Sümmchen zum B2 Hotel fahren würde. Er verstand kein Wort. Ich zückte mein Handy, rief das entsprechende Hotel auf Google Maps auf und zeigte es ihm. Er verstand immernoch nichts. Das brachte nichts. Also gingen wir weiter.

Das große Problem war, dass wir nicht weiter in Richtung Süden gehen konnten, weil uns ein Bach den Weg versperrte. Da aber überall Boote standen, beschlossen wir jemanden zu suchen, der uns mit seinem Boot auf die andere Seite bringt. Vor einem Haus saßen ein paar Frauen auf umgekippten Fässern und putzten Gemüse, während zwei Männer am Straßenrand eine Zigarette rauchten. dorf.jpg

Mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zur Kommunikation fragten wir, ob uns jemand mit einem Boot über den Bach bringen könnte. Ein Boot besaßen diese Menschen offenbar nicht, also fragten wir, ob sie uns zumindest erklären könnten, wie wir zum B2 Hotel kommen. Einer der Männer kannte das B2! Und noch besser: Er zeigte auf sein Mottrad mit Beiwagen (sofern man diese komische Holzkiste als Beiwagen identifizieren konnte). Er würde uns fahren! Juhu!

Ich setzte mich hinter den Fahrer und meine Reisebegleitung durfte Platz in der Holzkiste nehmen. Auf diese Weise rauschten wir dann über den Highway in Richtung B2 Hotel. Keiner sprach es aus, aber wir beide fragten uns die Zeit über insgeheim, wie lange dieser Beiwagen halten würde, denn er machte den Anschein, als könne er jeden Moment auseinander fallen. Ich sah meiner Reisebegleitung an, dass er sich nicht wohl in dieser Kiste fühlte. Ich selbst konnte aber nicht aufhören zu lachen, weil es so unbeschreiblich witzig aussah. Und ich war glücklich. So glücklich darüber, wie wir es mal wieder so elegant aus einer Sackgasse heraus geschafft hatten.

life

 

 

 

So macht man das am anderen Ende der Welt. Man kommuniziert mit Händen und Füßen und lässt sich von Einheimischen in einer Klapperkiste zum Ziel fahren.

Der Rest des Tages verlief super entspannt. In der Strandbar lernten wir eine Gruppe von Deutschen Männern kennen, die uns partout nicht glauben wollten, dass wir für Hin- und Rückflug keine 500 Euro bezahlt haben. „Ihr seid die größten Spinner, die hier weit und breit herumlaufen!“ mussten wir uns anhören. Da sprach wohl der Neid.

20151204_160200.jpg

Beim Abendessen erzählten wir meiner Freundin von unserer Odyssee. Es stellte sich heraus, dass wir unwissend genau an ihrem Haus vorbei gelaufen waren. Hätten wir das mal gewusst… Dann wäre es nicht ein so spannender Tag geworden! „Das war ein ganz toller Tag! Du hast doch ziemlich gute Ideen!“ gab meine Reisebegleitung letztendlich zu.

20151204_172314.jpg

Manchmal muss man die Dinge einfach passieren lassen!

Weiter: Three Nights in Bangkok (1)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Reise Reise, Thailand II abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s