Thailand II – Three Nights in Bangkok (2)

Bike for Dad

20151211_143725.jpgFür den ersten Tag in Bangkok hatte ich eine Menge geplant. Dabei hatte ich nicht daran gedacht, dass sich in Thailand die meisten Pläne ja auf Grund ungeplanter Umstände meistens zerschlagen oder zumindest verändern. So sollte es auch an diesem Tag wieder kommen.

Ich wollte erst in die City und gegen Abend endlich in die Lebua Skybar, die aus dem Film Hangover 2 bekannt ist, da ich es bei meinem letzten Thailandurlaub dort nicht mehr hingeschafft hatte.

Da es meiner Reisebegleitung am Morgen nicht gut ging, zog ich zunächst alleine los. Wir vereinbarten, uns am Nachmittag in der City zu treffen und gemeinsam die Skybar aufzusuchen. Guter Dinge spazierte ich los, wollte irgendwo ein TukTuk oder Taxi anhalten und mich ins Zentrum fahren lassen, doch war weit und breit kein Taxi zu sehen. Stattdessen waren überall Fahrradfahrer in blau-gelben T-Shirts unterwegs. Nach einigen Kilometern Fußmarsch kam in an einen großen Platz, der an der großen Hauptstraße Bangkoks lag. Der Platz war verstopft von tausenden von Radfahrern. Ich ließ mir sagen, die ganze City führe heute anlässlich des Geburtstags des Königs Fahrrad. Zunächst fand ich das total cool, bis ich dann erfuhr, dass deswegen keinerlei Autos oder Motorräder fahren würden.

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Verzweiflung kam in mir auf. Wie sollte ich so ins Stadtzentrum kommen? Da war ich endlich wieder in Bangkok, mit tausend Plänen, und konnte diese nicht umsetzen, weil ausgerechnet an diesem Tag ausschließlich Fahrradfahrer unterwegs waren. Und die Vorstellung, dass ich jetzt den ganzen weiten Weg, den ich bereits gelaufen war, zurück wandern müsste, versetzte mich nicht gerade in bessere Stimmung.

Ich beschloss erstmal etwas zu essen und mich einfach damit abzufinden, dass aus meinen Plänen an diesem Tag nichts mehr wird. Inzwischen kam eine Nachricht meiner Reisebegleitung. Er sei nun selber unterwegs und würde mir entgegen gehen. Er habe eine Idee. Seine Idee war so einfach und zugleich grandios. Wir würden die Fähre nehmen! Klar, die Fähre! Die hatte ich ganz vergessen. Sie fährt den Chao Phraya, den Fluss, der quer durch Bangkok führt, entlang, und hält an vielen Stellen. Eine Haltestelle befand sich sogar ganz in der Nähe des Lebua Hotels.

Da wir noch etwas Zeit hatten, machten wir einen Abstecher nach China Town. Dort stießen wir zunächst auf einen riesigen Gewürzemarkt und danach auf einen doppelt so großen Blumenmarkt. In den engen Gassen mit vielen Läden kaufte ich einige Weihnachtsgeschenke. Dann gings weiter in Richtung Lebua Hotel.

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Die Hangover Bar

Nobel ragte das Lebua Hotel aus den Massen von Fahrradfahrern in den Himmel empor. Mit einem Aufzug ging es ins 63. Stockwerk. Oben angekommen bot sich ein atemberaubender Ausblick über eine atemberaubende Stadt: Bangkok von oben!

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Wir setzten uns in eine Ecke und bekamen sofort eine Getränkekarte überreicht. Die Preise waren ein Schock. Alleine ein Bier kostete 5 Euro. Das ist Bangkok. Du hast Dekadenz und Armut direkt beieinander.  Aber man muss die Feste feiern wie sie fallen. Dies sollte ein richtig schön dekandenter Abend werden. Also bestellten wir uns ein paar richtig gute Cocktails. Eine Schale Nüsse und eine weitere Schale köstlicher Honigoliven gab es gratis dazu. Beide Schalen wurden sofort aufgefüllt, wenn sie leer waren.

Als wir gerade gehen wollten, wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass es noch eine andere, größere, Terasse gab. Die wollten wir natürlich sehen. Da war sie! Die bekannte Treppe aus Hangover 2, wo sie resigniert sitzen und nicht weiter wissen. Leider war das Betreten der Treppe verboten und somit war es uns auch unmöglich die Szene auf einem Foto nachzustellen, schade. Dennoch war der Ausblick unbeschreiblich!

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Die bekannte Treppe aus Hangover 2

 

Irrfahrt mit der Fähre

Nach unserem Abend in der Skybar kauften wir uns zunächst selbst diese blau-gelben T-Shirts, denn wir wollten ja dazu gehören. Danach eröffnete mir meine Reisebegleitung, er habe heute bereits ein Mädel kennengelernt und sei später mit ihr verabredet. Also beschloss ich zuzusehen, dass ich die letzte Fähre in Richtung Hotel bekomme, denn es war nicht klar, wann diese Fahrradaktion zuende sein würde. Meine Reisebegleitung nahm den Skytrain zum verabredeten Treffpunkt und ich lief zum Fluss. Leider gab es dort mehrere Fähren und ich hatte absolut keine Ahnung, welche ich nehmen musste. Ich wechselte insgsamt drei Mal die Fähre, jedes Mal in Angst, die richtige Fähre würde jederzeit starten. Am Ende hatte ich immerhin eine 1/3 Wahrscheinlichkeit, die richtige ausgewählt zu haben.

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Ich setzte mich an den Rand und hielt die ganze Zeit Ausschau nach meiner Station. Irgendwie schien sie nicht zu kommen. Zeit verging. Eine Station nach der anderen wurde angesteuert, aber meine war nicht dabei. Inzwischen war es richtig dunkel geworden. Irgendwann wurde es immer dunkler. Die Lichter Bangkoks verschwanden. Mir wurde langsam klar, dass wir uns immer weiter von der City entfernten. Irgendwann war da gar nichts mehr, nur noch Baustellen. Ich wusste, ich muss auf jeden Fall bei der nächsten Station aussteigen, hatte zwar keine Ahnung wo ich war und wie ich zu meinem Hotel kommen sollte, aber ich musste raus.

Zusammen mit mir stiegen noch zwei vermeintliche Prostituierten aus. Und da stand ich. Irgendwo. Im Dunkeln. Da war nichts. Doch, da waren ein paar Motorradtaxis. Ich wusste, ich muss eines nehmen, ganz egal wie teuer es sein würde. Genau das tat ich dann auch. Die Fahrt war grandios. Wieder einmal saß ich hinten auf einem Motorrad und ließ mich aus dem Schlamassel heraus zu meinem Zielort fahren. Wir waren bestimmt eine halbe Stunde unterwegs. Ich muss also wirklich verdammt weit aus Bangkok heraus gekommen sein. Ich bangte um den Preis, aber er war letztendlich ein Bruchteil von dem, was ich in der Skybar ausgegeben hatte. Schlappe 3 Euro vielleicht!

 

Die Entscheidung alleine weiter zu reisen

Am nächsten Tag begegnete ich beim Frühstück direkt erstmal der neuen Bekanntschaft meiner Reisebegleitung. Sie würde sich uns anschließen, wenn ich nichts dagegen hätte. Grundsätzlich hatte ich nichts dagegen, Problem war nur, dass sie so gut wie gar kein Englisch sprechen konnte. Das würde anstrengend werden. Wir verbrachten zu dritt den Tag in Bangkok und beschlossen, am nächsten Tag in den Süden weiter zu reisen.

Am nächsten Tag wollte ich den Flug buchen, doch dann hieß es, unsere neue Begleitung müsse noch ihren Kram zusammen packen und es wäre doch sinnvoller erst am nächsten Abend mit dem Reisezug die Nacht über in den Süden zu fahren. Da hatte ich keine Lust drauf. Ich hatte genug von Bangkok und Nachtreisezüge hasse ich sowieso wie die Pest. Also verkündete ich, dass ich am Abend fliegen würde. Und das tat ich auch.

Auf der Khao San Road kaufte ich mir noch für einen super Preis einen zweiten kleinen Koffer, weil meine Weihnachtsgeschenke mittlerweile Überhand genommen hatten. Im Internet buchte ich ein Flugticket nach Krabi und ein Hotelzimmer.

Für meinen Inlandsflug ließ ich mich von einem Taxi zum kleineren Bangkoker Flughafen Don Mueang fahren. Auf der Fahrt erwies sich mein Taxifahrer noch als begnadeter Sänger, denn er trällerte fröhlich sämtliche Schnulzensongs im Radio mit perfekter Stimme und Textkenntnis mit.

So ging es also nun alleine weiter in den Süden Thailands.

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Fazit

Bangkok ist eine sehr anstrengende Stadt. Es geht extrem hektisch zu, man ist einer ständigen Reizüberflutung ausgesetzt. Bangkok ist fanszinierend und abartig zugleich. Ich liebe die Stadt, halte es aber dort nicht länger als drei Tage aus. Drei bis vier Tage sind meiner Ansicht nach die perfekte Zeit, um die Stadt zu sehen, einen Eindruck zu bekommen und rechtzeitig wieder abzuhauen, bevor man durchdreht. Aber: Bangkok muss man gesehen erlebt haben!

Weiter: Der Süden

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