Einen Schlussstrich ziehen

Es spricht für einen, wenn man versucht etwas zu kitten. Aber manche Dinge sind nicht mehr zu kitten. Vielleicht auch nur in diesem Moment nicht. In jedem Falle ist in diesem Moment ein Schlusstrich das Beste.

In meiner Jugend hatte ich einen besten Freund, mit dem habe ich fast jeden Tag verbracht. Es wurde aber total kompliziert. Um direkt aufkommende Fragen zu beantworten, die „Beziehungsstatusfrage“ war schon lange absolut geklärt, es war wirklich eine rein platonische Freundschaft.

Wir hatten ständig Streit. Wir wussten beide gar nicht warum. Wir wollten das beide nicht. Uns beiden war die Freundschaft extrem viel wert, aber wir haben unsere Probleme einfach nicht in den Griff bekommen. Im Nachhinein kann man nicht mal unbedingt sagen, woran es lag. Es war so verworren und verzwickt, es gab einfach keine Lösung für unsere Probleme, die wir nicht mal richtig ordnen oder benennen konnten. Versuche der Aussprache sind kläglich gescheitert. Am Hauptbahnhof ist die Sache dann irgendwann eskaliert. Wir haben uns gegenseitig angebrüllt. Er ist letztendlich mit der Bahn weggefahren und hat mich dort einfach stehen lassen.

In diesem Moment habe ich einen Schlusstrich gezogen.

Man sollte sich selbst für gewisse Dinge zu schade sein. Eine Freundschaft erhalten wollen ist super, sich dafür selbst aufgeben nicht. Wir können die Welt nicht retten, wir können andere Menschen nicht retten. Das kann jeder nur für sich selbst. Und wir sollten in erster Linie uns selbst retten, in diesem Falle vor dem, was der Andere mit uns anstellt. Auch wenn es nicht böse gemeint ist, es tut uns nicht gut und wir sollten Abstand davon nehmen.

Ein Jahr später haben er und ich durch Zufall wieder miteinander gesprochen. Danach war alles einfach. Wir wurden wieder Freunde. Zwar nie wieder so eng wie vorher, aber dafür auch nie wieder mit nicht lösbaren Konflikten.

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